Pflügen ohne Glyphosat

Gut entwickelte Untersaaten werden im Frühjahr mit den im Betrieb üblichen Verfahren vor der Maiseinsaat umgebrochen. Aufgrund von Praxiserfahrungen in Norddeutschland wurde bislang dazu geraten, die Gräser vor dem Umbruch mit einem Totalherbizid abzutöten. Hier kamen in erster Linie glyphosathaltige Präparate zum Einsatz. Derzeit wird um das Herbizid Glyphosat und dessen Wirkung auf den menschlichen Organismus heiß diskutiert. Nach neuester Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO soll Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend" bei Menschen sein. Obwohl das Bundesamt für Risikoforschung (BfR) diese Einschätzung bisher nicht teilt, sollte man die Anwendung des Totalherbizids hinterfragen und nach Alternativen suchen, denn auch aus phytosanitärer Sicht ist ein Herbizideinsatz nicht zwingend erforderlich.
Ein Untersaat-Umbruch nach Schnittnutzung ohne Glyphosatbehandlung ist möglich, wie man bei einem Versuch in Lütjenwestedt feststellen konnte. Die dort vorgestellten Fruchtfolgen bzw. Kulturen (Wicke-, Roggen-, Weidelgras-Gemenge als GPS mit anschließender Schnittnutzung u. Legu-Hafer-, Weidelgrasgemenge als GPS mit anschließender Schnittnutzung) folgten zwar einer anderen Zielsetzung, geben jedoch ein gutes Beispiel für den Verzicht auf ein glyphosathaltiges Totaherbizid. Nach dem Umpflügen der Untersaat fand sich an einigen Stellen zwar etwas Durchwuchs der Weidelgräser. Dieser war jedoch nicht ertragsrelevant und konnte mit der üblichen Herbizidmaßnahme im Mais (Sulfonyl-Harnstoff) erfolgreich bekämpft werden.
Wer auf den Herbizideinsatz verzichten möchte, sollte dies zuvor mit einem Spritzfenster ausprobieren. Alternativ könnten zukünftig auch nicht winterharte Gräser, wie Sandhafer als Untersaat eingesetzt werden.

Anlage eines Spritzfensters

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